Bericht vom Spiel der Damen I gegen Allensbach

Eine unglückliche und ärgerliche Pleite
Die Handballerinnen der TS Herzogenaurach waren drauf und dran, einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt in der 3. Liga Süd zu machen.

iese 21:23- Niederlage der TS- Handballerinnen gegen den Favoriten SV Allensbach war in jeder Hinsicht ärgerlich, führten die Gastgeberinnen doch mit 20:17 in der 49. Spielminute. Doch statt diesen großartig erkämpften Vorsprung erfolgreich über die Runden zu bringen, folgte eine Phase unglücklicher Angriffsaktionen mit unter anderem drei Fehlwürfen aus völlig freien Positionen, was die Gäste vom Bodensee nicht nur ins Spiel zurück kommen ließ, sondern ihrerseits mit 21:20 (54. Minute) in Front brachte. Mit Geschick und Abgeklärtheit schaffte es der SV in der verbleibenden Spielzeit den Erfolg zu sichern.

TS Herzogenaurach - SV Allensbach 21:23
Der Auftakt ging für die motivierten Gastgeberinnen vor über 200 Zuschauern, unter ihnen das am Tage zuvor in die 3. Liga aufgestiegene Männerteam von Bruck, in dem TS-Coach Mirko Scholten als Kreisläufer mit wirkt, völlig daneben, während Allensbach scheinbar mühelos auf 5:1 (6. Minute) davon zog. Dabei zeigte sich die Abwehr der TS H fast durchgängig von ihrer besten Seite, optimal unterstützt von der überragenden Martina Ebersberger im Tor. Es war eindrucksvoll wie es "Martini" immer wieder gelang, sich gerade auf die verdeckten Unterhandwürfe des Gegners einzustellen. Umgekehrt aber stockten die eigenen Angriffsbemühungen, denn obwohl man wusste, dass der SV mit einer kompakten 3-2-1 Abwehr agieren würde, fand man kaum Mittel zum erfolgreichen Abschluss aus einem Spielfluss heraus.

Es war die Leidenschaft und der unbedingte Wille mit dem sich die Gastgeberinnen an den Gegner bis zur 10. Minute (4:5) regelrecht heran "arbeiteten". Zwar wusste Allensbach meist die passenden Antworten und blieb stets mit vier ( 8:4 in der 15. Minute) beziehungsweise drei Treffern (10:7) nach 20 Spielminuten in Front, nun aber schon mit deutlich größerem Kraftaufwand. Das Watzinger-Team erwies sich zunehmend als gleichwertig. Der 12:13- Pausenstand ließ dann eine spannende zweite Halbzeit erwarten, und so kam es dann auch.

In nur drei Minuten konnte die TSH nicht nur aufschließen, sondern ging selbst mit 15:13 in Front, und dies toll heraus gespielt, mit überzeugenden Defensivaktionen aller Protagonisten einschließlich Torfrau Ebersberger, die hinter der 55 Minuten lang aufopferungsvoll kämpfenden Abwehr fast unüberwindlich schien.

Aber eben nur fast, denn als die TS H nach dem oben genannten 20. Tor rund fünf Minuten ohne Treffer blieb, erwiesen sich die Gäste als abgebrühter und psychisch auch stabiler, da sie völlig frei von tabellarischen Sorgen aufspielen konnten. Vor allem die alles dominierende Mittelangreiferin Stefanie Hotz war es, die wie erwartet die entscheidenden Akzente setzte. Zunächst gelang ihr nach einem an sich uralten Spielzug der freie Durchbruch zum 20:20. Als dann die TS H eine Überzahl nicht zu nutzen wusste, dafür aber Allensbach mit einem Gegenstoß 21:20 in Front ging, konnte Tanja Küffner in der 55. Minute letztmals ausgleichen.

Danach jedoch war es fast logischerweise erneut Hotz, die sich völlig unbedrängt bei acht Metern in Wurfposition bringen durfte und unhaltbar verwandelte. Der letzte Treffer für Allensbach war eine Folge der nun vollzogenen Pressdeckung 30 Sekunden vor Schluss und letztlich unbedeutend. Dieses Spiel wurde zu einem Spiegelbild der bisherigen Saison, denn der Aufsteiger von der Aurach kassierte bislang weniger Gegentore als die viele Mitkonkurrenten, erzielte aber umgekehrt auch die mit Abstand wenigsten eigenen Treffer.

Wenn dann noch wie am Sonntag die besonders treffsicheren Akteure nicht recht ins Spiel finden, ist ein solch starker Gegner schwerlich zu bezwingen. Dass dies dennoch möglich war und in der 2. Halbzeit auch mal der eine oder andere Pfiff der Schiedsrichter bei Stürmerfouls oder Zeitspiel pro TSH ausblieb, war schmerzlich, doch nicht entscheidend. So muss man sich in den verbleibenden zwei Begegnungen neuerlich aufraffen, um die eigenen Möglichkeiten in Sachen Klassenerhalt zu wahren, da die endgültige Abstiegssituation erst am Ende der Saison zur Disposition steht.

"Schade, da hatten wir uns nach dem schlechten Start zurück gekämpft, hatten es selbst in der Hand, haben dann aber zu schlecht abgeschlossen", sagte TSH-Coach Scholten. Ähnlich sah es auch sein Kollege Watzinger, der zudem erklärte, dass man an sich klare Auflösungen gegen diese kompakte Abwehr trainiert hatte, diese dann aber zu früh abschließen wollte. "Nur 23 Gegentore gegen diesen starken Gegner sind ok, nicht jedoch nur 21 Treffer in eigener Halle."

TSH: Ebersberger, Gierling - Stephan (2), Wedrich (3), Bestle (1), Mittasch (1), Probst (4), Schneidereit, Lang (3), Merz, Theobald, Küffner (2), Neumann (5)

Bericht aus "Fränkischer Tag" von V.Schneller