Vorbericht zum Heimspiel der Damen I gegen Allensbach

Der direkte Verbleib in der Liga ist das Ziel

Drei Spiele bleiben den Handballfrauen TS Herzogenaurach noch um sich aus eigener Kraft die sportliche Berechtigung für ein weiteres Jahr in der 3. Bundesliga zu sichern.

Der Papierform nach fast übermächtige Hürden, handelt es sich doch bei den Gegnern um den Tabellenführer aus Haunstetten (nächste Woche auswärts), der drittplatzierten Reserve des aktuellen deutschen Handballmeisters SG Bietigheim (letztes Spiel am 22.04. in eigener Halle) und dem Fünften SV Allensbach.

Den Auftakt macht hier die Begegnung mit dem spielstarken Gast vom Bodensee am kommenden Sonntag um 14:30 Uhr in der Gymnasium- Sporthalle, der im Vorspiel den Aufsteiger von der Aurach mit 25:20 Toren sicher beherrschte und auch sonst immer wieder mit erfrischendem Offensivhandball zu überzeugen weiß. Allerdings ist es der Mannschaft um Teamchef Oliver Lebherz und Trainerin Sandra Reichmann nicht gelungen ihre zweifellos tollen Möglichkeiten über eine ganze Saison hinweg konstant abzurufen, sonst hätte die Meisterschaft nur über den SV geführt. Die Gäste legen das Hauptaugenmerk auf Spielfreude, offensiv wird ein enormes Laufspiel praktiziert, und dies nicht etwa nur bei Gegenstößen und einer konsequenten „schnellen Mitte“, sondern auch ihr Positionsspiel zeichnet sich meist dadurch aus dass man mit ständigen Laufbewegungen die Positionen „fließend“ wechselt, was die gegnerischen Abwehrreihen doch vor etliche Probleme stellen kann. Zudem sind speziell alle eingesetzten Rückraumakteure dazu fähig mit meist ansatzlosen Hüftwürfen dort Tore zu erzielen, wo sich selbst nur kleinste Lücken bieten.

Dreh- und Angelpunkt ist Mittelangreiferin Steffi Hotz, die nicht nur selbst immer wieder für Distanztreffer sorgt, sondern mit klugen Aktionen ihre Nebenleute einzusetzen versteht. Hier ist Linkshänderin Nadja Greinert im rechten Rückraum besonders umtriebig, die auch mit gefährlichen Durchbrüchen gegen die Hand Unruhe stiftet. Es wäre aber leichtfertig die anderen Akteure des SV aus den Augen zu verlieren, und wenn man dann noch bedenkt, dass die Gäste mit einer defensiv-agressiven 3-2-1 Abwehr die zweit wenigsten Gegentore in der gesamten Liga kassiert hat, weiß man um die schwere Aufgabe des Watzinger Teams.

Lebherz meinte im Vorfeld der Begegnung dass man die letzten Begegnungen gewinnen wolle und daher aufmerksam an die Aufgabe heran gehen werde bei einem "heimstarken Aufsteiger". Nun-es liegt auch an den heuer so großartigen TS- Fans die Gäste diesbezüglich nicht zu enttäuschen...

Leider hat sich die gerade in toller Verfassung befindliche Steffi Mittasch am Mittwoch den Fuß verletzt, Einsatz fraglich. Demgegenüber kann die TS H wieder auf Nina Bestle nach überstandenem Fingerbruch zurück greifen, und auch Kristin Lang sowie Alina Erdmann meldeten sich trotz ihrer Knöchelverletzungen einsatzbereit. Zudem stellt sich erneut Lena Mergner zur Verfügung, deren vorbildliche Einstellung und Erfahrung schon gegen Regensburg hilfreich war.

Viel wird darauf ankommen, dass die Mannschaft an die starken Defensivleistungen der letzten Begegnungen anschließen kann. Und Watzinger hofft dass Torfrau Martina Ebersberger einen ähnlichen Sahnetag wie zuletzt gegen Regensburg erwischt beziehungsweise ihre Kollegin Juliane Gerling, die in der Vorrundenbegegnung die beste Auswärtsleistung im Tor des Aufsteigers ablieferte, wenn nötig diese wiederholen kann.

„Für uns gilt es in allen drei Spielen das Optimale heraus zu holen, um möglichst auf direktem Wege die Klasse zu halten“, so der TS- Coach. Die Meldung einer regionalen Zeitung, wonach der TSV Kandel seine Mannschaft nach dem Saisonende zurück ziehen würde, was dann auf jeden Fall Auswirkungen für die nächste Bundesliga Saison hätte, schiebt man im Herzogenauracher Lager zur Seite.

„Ich weiß nicht wie endgültig diese Meldung ist. Außerdem befindet man sich derzeit in der Phase der Lizenzvergaben für die nächste Saison, wo der DHB alle vier Drittligen in einen Topf geben und je nach Lizenzierung die Staffeln für die Zukunft neu aufstellen wird. Allerdings ist es möglich dass wir beim Verbleib auf dem drittletzten Tabellenplatz eine Relegation mit den Drittletzten der jeweils anderen drei Ligen spielen können. Das entscheidet der DHB bis zum 15.04., sollte uns aber derzeit absolut nicht interessieren“, so Watzinger.

V.Schneller