Bericht vom Spiel der Damen I in Freiburg

Kapitänin Nina Bestle war erstmals wieder einsatzfähig. © Foto: Bauer

Handballdrama in Freiburg
Herzogenauracherinnen kämpfen grandios, verlieren aber 24:25

Die Herzogenauracher Handballdamen haben sich tapfer der schweren Aufgabe im Breisgau gestellt. Mit ausgedünntem Kader zeigten sie eine sensationelle Leistung beim Spitzenteam der 3. Liga Süd, der HSG Freiburg. Zehn schwache Minuten Anfang der zweiten Halbzeit brachten die Turnerschaft um einen möglichen Punktgewinn und so traten sie mit einer bitteren 24:25-Niederlage im Gepäck die Heimreise an.

Neben den zahlreichen Langzeitverletzten musste das Trainerduo Watzinger/Scholten studienbedingt auf Rechtsaußen Tanja Küffner verzichten. Zudem ging Kristin Lang angeschlagen in die Partie, aber immerhin kehrte Kapitänin Nina Bestle erstmals nach ihrem Fingerbruch zurück an Bord..

Trotz langer Busfahrt in den Knochen, starteten die Fränkinnen hellwach in das Spiel. Kreisläuferin Corinna Merz, die für Kristin Lang in die Startformation rückte, warf das erste Tor für die Gäste. Merz, die sich in dieser Saison meist mit der Reservistenrolle begnügen musste, war mit einer herausragenden Leistung eine wichtige Stütze für ihr Team. Beispielhaft für die Einstellung der gesamten Mannschaft kämpfte sie sich ins Spiel hinein und verwandelte erfolgreich die Anspiele zum Kreis.

In der ersten Halbzeit gelang es den abstiegsbedrohten Herzogenauracherinnen, ihren Matchplan umzusetzen. Über eine stabile Abwehr und konzentriert gespielte Angriffe gingen sie in Führung und bauten diese sogar bis auf drei Tore aus.

Einmal mehr war die Rückkehr von Stefanie Mittasch in die erste Damenmannschaft Gold wert. Wie im letzten Spiel setzte sie sowohl im Angriff als auch in der Abwehr wichtige Akzente. Der neu zusammengestellte Innenblock um Mittasch und Laura Wedrich ließ die starken Freiburger Rückraumspielerinnen Nadine Czok und Anna Franziska Gempp nicht zur Entfaltung kommen. Nur vier Feldtore gelangen den beiden Shooterinnen im gesamten Spielverlauf. Mit einer knappen Ein-Tore-Führung gingen die Herzogenauracher in die Pause.

Das Ziel von Trainer Klaus Watzinger, kräftemäßig durchzuhalten, glitt Anfang der zweiten Halbzeit in weite Ferne. Mit einem Zwischenspurt setzten sich die Damen von der Dreisam ab und konnten ihrerseits mit einem 6:0-Lauf in Führung gehen.

Die Herzogenauracherinnen spielten in dieser Phase zu ungeduldig und ließen zu viele Tormöglichkeiten liegen. Acht Minuten blieben sie ohne Torerfolg und lagen in der 43. Minute mit 13:20 hinten. Dass sie trotz des hohen Rückstands nicht aufgaben, zeigt die tolle Moral des Teams. Mit mannschaftlicher Geschlossenheit und einem unbändigen Kampfeswillen starteten die Fränkinnen die Aufholjagd. Tor um Tor kämpften sie sich an die Gastgeber heran. In dieser Phase war es die bis dato glücklose Laura Wedrich, die sechsmal hintereinander einnetzte. Mit dem Tor von Kristin Lang zum 24:23 Anschlusstreffer war der Punktgewinn wieder in greifbarer Nähe.

Ein Siebenmeter gegen Herzogenaurach und die daraus resultierende 25:23-Führung der Freiburger ließen aber alle Hoffnungen, entschieden das Spiel erst in letzter Minute.

Trainer Klaus Watzinger bringt das Ergebnis auf den Punkt: "Wir haben eine sensationelle Leistung gezeigt, es aber nicht geschafft, diese mit einem Punktgewinn zu vergolden." Dennoch ordnet Rückraumspielerin Lisa Neumann das Spiel positiv ein: "Wir können stolz auf uns sein. Alle haben bis zum Schluss an einen Erfolg geglaubt und gemeinsam gekämpft."

In den verbleibenden drei Spielen werden die Herzogenauracherinnen weiterhin alles geben, um den direkten Klassenerhalt zu sichern.

TSH: Ebersberger, Gerling, Stephan, Wedrich 9/2, Bestle 1, Mittasch 4, Probst 3, Schneidereit 1, Lang 2, Merz 3, Neumann 1.

Lena Mergner
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