Vorbericht zum Spiel der Damen I gegen SG OBK

Stefanie Mittasch wird bei der „Ersten“ gebraucht. © Foto: Bauer

Damen wollen den Puffer behalten
Richtungsweisendes Kellerduell bei der SG OBK in der Südpfalz

In der Südpfalz könnte heute eine wichtige Vorentscheidung für die Bundesliga- Handballerinnen der TSH fallen, hier treffen sie nämlich als derzeitiger Drittletzter auf den Tabellen-Vorletzten SG OBK Ottenheim/Bellheim/Kurhardt.

Noch trennen beide Teams acht Pluspunkte zugunsten der Herzogenauracherinnen und sollte den Gästen ein Sieg gelingen, so hätte man zu den beiden sicheren Abstiegsplätzen zehn (OBK) beziehungsweise elf Punkte (Waiblingen-Korb II) einen gewissen "Sicherheitsabstand" geschafft.

Ob am Ende der Saison der zehnte Platz dann wirklich noch Chancen auf ein weiteres Jahr in der 3. Bundesliga bringt, hängt letztlich von mehreren Faktoren ab, die erst gegen Saisonende konkret werden. Auf jeden Fall aber sollten die jungen Herzogenauracherinnen alles daran setzen, zumindest die beiden nachfolgenden Mannschaften hinter sich zu lassen.

Mehr noch, selbst der unmittelbar vor der TSH auf Platz neun postierte TSV Kandel ist bei nur zwei Punkten Vorsprung noch in Reichweite, allerdings von allen Mannschaften im Unterhaus mit der größten Erfahrung und Cleverness ausgestattet.

Im Hinspiel der beiden Aufsteiger konnte die TSH gegen die SG OBK mit 30:26 gewinnen und war unter dem Strich durchaus die bessere Mannschaft. Doch die Südpfälzerinnen zeigten da schon ihre Haupttugend: Sie geben niemals auf. So schafften sie es in Herzogenaurach, einen 5:11-Rückstand (16.) innerhalb von nur sieben Minuten fast zu egalisieren, und auch nach der Pause konnte sich das Watzinger-Team nie wirklich sicher fühlen.

Mit Unbekümmertheit und läuferischer Stärke hielt die SG OBK trotz nur weniger Erfolgserlebnisse meistens ordentlich mit in der 3. Liga. Selbst dem heimstarken ESV Regensburg gelang vor 14 Tagen nur ein hauchdünner 33:32-Erfolg.

In der Vorrunde erzielten für die TSH Jana Lichtscheidel, Nina Bestle, Carole Mittelheisser und Viktoria Egle gegen den Mitaufsteiger zusammen immerhin 14 der 30 Tore, sind aber am Samstag allesamt verletzungsbedingt nicht dabei, somit wird man mit der selben Besetzung wie beim denkwürdigen 30:30-Unentschieden daheim gegen den bärenstarken TV Möglingen anreisen. Kann man die zuletzt großartigen Leistungen zumindest halbwegs wiederholen und es schaffen, das Hurra-Tempo der SG OBK nicht "mitzurennen", ist der zweite Auswärtssieg dieser Saison möglich.

Zuvor aber gilt es den vor allem in eigener Halle unbändigen Vorwärtshandball der OBK nicht zur Entfaltung kommen zu lassen, zumal man mit Völker im linken Rückraum eine der stärksten Akteurinnen der Liga auf dieser Position aufbieten kann. Doch auch ihre Nebenleute riskieren immer wieder unvorbereitete, oft erfolgreiche Torwürfe, zudem ist man über den Kreis und auf den Außenpositionen torgefährlich und hat auf beiden Angriff-Seiten einen in den 1960er Jahren europaweit erfolgreichen Spielzug neu aufleben lassen.

Auch stellt die OBK gerne mal ihre 6:0 Standard-Abwehr um und lässt eine vorgezogene Spielerin gegen die jeweils erfolgreichste Gegnerin stören, also taktische Details, auf die Watzer gefasst sein muss. Und dann ist da noch eine Torfrau, die sich mit ihrem offensiven, meist in die Würfe springenden Stil in einen "Rausch" steigern kann.

Viel wird davon abhängen, ob Steffi Mittasch, an sich ja Spielertrainerin der "Zweiten", ihre tolle Leistung aus dem Möglinger Spiel wiederholen kann, dies gilt auch für die wurfkräftige Alina Erdmann. Zudem sind Laura Wedrich und Saskia Probst diesmal dabei, nachdem beide im Hinspiel krankheitsbedingt gefehlt hatten.

Watzinger: "Wir wissen, um was es geht und sind bestrebt unsere Herangehensweise durchzusetzen, und dazu gehört mit den Kräften hauszuhalten, zumal die grippalen Infekte auch vor uns nicht Halt gemacht haben."

V. Schneller
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