Vorbericht zum Heimspiel der Damen I gegen Haunstetten

Haunstetten reist mit Respekt an die Aurach
Zweitligaabsteiger nimmt TSH-Handballerinnen nicht auf die leichte Schulter

Zwei Spiele stehen den Handballdamen der TSH vor der Winterpause und dem Start der Rückrunde noch bevor. Zwei schwere Spiele. Zunächst gastiert am Sonntag der Tabellendritte aus Haunstetten an der Aurach, dann muss man auswärts beim Spitzenreiter in Bietigheim ran. Anpfiff ist am Sonntag wie gewohnt um 14.30 Uhr in der Gymnasiumshalle.

Das Herzogenauracher Trainerduo Klaus Watzinger/Mirko Scholten hatte zuletzt mit personellen Problemen zu kämpfen. Einige Spielerinnen sind erkrankt oder angeschlagen. Verzichten müssen die Gastgeber auf die verletzten Laila Schneidereit, Viktoria Egle und Carole Mittelheisser. Ob krankheitsbedingt noch weitere Ausfälle hinzukommen, entscheidet sich kurzfristig. Mit Christine Zimmermann ist aber auch eine Spielerin wieder rechtzeitig fit geworden, die am Kreis für Belebung sorgen kann. Gerade jetzt muss sich zeigen, inwieweit es dem Trainerteam gelungen ist, aus dem großen Kader eine Mannschaft zu formen. Spielerinnen, die wenig Spielpraxis in der Liga haben, erhalten nun das Vertrauen.

Die Mannschaft hat schon gezeigt, was für ein Potenzial in ihr steckt. Drei Siege konnten für den Klassenerhalt bereits eingefahren werden. Zudem verlor man einige Spiele nur knapp in den letzten Minuten, wobei die Niederlagen zuhause gegen Kandel und Freiburg besonders schmerzten. Doch daran, dass das Herzogenauracher Team in der dritten Liga angekommen ist, zweifelt keiner mehr.

Auch Haunstetten musste sich in diesem Jahr nach drei Saisons in der zweiten Liga erst an die neue Spielklasse gewöhnen. Trainer Herbert Vornehm nennt heute wie vor der Saison den Wiederaufstieg nicht als Saisonziel. Vielmehr will er die Mannschaft neu aufbauen, junge Spielerinnen integrieren und sich nach dem Abstieg in der dritten Liga zurechtfinden. Bisher ist dies dem TSV auch gelungen. Nur zwei Niederlagen gegen die Bundesligareserven aus Bietigheim und Metzingen stehen bei den Augsburgerinnen zu Buche, zudem ließ man in Kandel überraschend einen Punkt liegen.

Doch die Favoritenrolle weist Vornehm von sich: "Es ist nach Regensburg wieder ein bayerisches Derby, und wir werden den Teufel tun, eine Mannschaft in dieser Liga zu unterschätzen. Natürlich wollen wir gewinnen und weiterhin oben dabei bleiben." Lobende Worte findet der TSV-Trainer für die TSH-Damen, die seiner Meinung nach sehr gut in der Liga mitspielen. Außer der am Kreuzband verletzten Linkshänderin Christine Königsmann reist Haunstetten mit vollem Kader an die Aurach.

Ein Kader, der über viel Erfahrung verfügt. Sabrina Duschner und Annika Schmid, manch einer kennt sie noch aus ihrer Zeit beim Nürnberger Club, spielen seit vielen Jahren auf hohem Niveau Handball. Sarah Irmler sorgt auf der linken Seite für Torgefahr und Patricia Horner zieht geschickt auf der zentralen Rückraumposition die Fäden. Zudem haben die Gäste in Magdalena Frey und Sabrina Albrecht einen starken Rückhalt im Tor.

Laut Watzinger erwartet die TSH einen der schwersten Gegner in der Vorrunde. Ausgehend von einer aggressiven 3:2:1-Abwehr, die gewonnene Bälle schnell über die starken Außenspielerinnen nach vorne bringt, bis hin zu den torgefährlichen Rückraumspielerinnen Horner und Schmid wird die TSH vor eine schwierige Aufgabe gestellt. Dennoch wollen die Trainer das Augenmerk auf das eigene Konzept legen, um das Haunstetter Spiel aufzufangen.

Obwohl Haunstetten auf dem Papier klarer Favorit ist, hat die TSH schon gegen den Tabellenzweiten Freiburg gezeigt, dass sie in heimischer Halle auch Spitzenmannschaften ins Stolpern bringen können. Ob dies gegen den Zweitligaabsteiger gelingt, wird sich zeigen.

LENA MERGNER