Vorbericht zum Spiel der Damen in Allensbach

Ein unangenehmer Ausflug an den Bodensee

Es gibt zweifellos schönere Jahreszeiten um an den Bodensee zu fahren, doch den Handballerinnen der TS Herzogenaurach bleibt keine andere Wahl, sie müssen am kommenden Sonntag um 16 Uhr beim SV Allensbach antreten. Übrigens Allensbach, da war doch was?

Richtig, am 3.10. 2010 hatte das kurz zuvor in die Bayernliga aufgestiegene TS-Team mit ihrem Erfolgstrainer Udo Hermannstädter den damals noch in der 2. Bundesliga spielenden SV zu einem Pokalspiel zu Gast. Allerdings mussten die TS-Akteure 24 Stunden vorher ein Punktspiel in Ismaning bestreiten, was zwar sensationell gewonnen wurde, aber so viel Kraft kostete, dass Tina Müller, Andrea Berner, Ellen Mauritz, Dani Leschke und ihre Mitspielerinnen gegen den Bundesligavertreter mit fliegenden Fahnen 13:34 untergingen.

Zwischenzeitlich haben beide Clubs einen regen Personalwechsel vollziehen müssen, was den Herzogenauracherinnen zuletzt besser bekam, immerhin schaffte man den Sprung in die 3. Bundesliga, Allensbach hingegen musste vor geraumer Zeit in eben diese Spielklasse absteigen.

Doch der SV mit seinem bemerkenswerten Umfeld gehört regelmäßig zu den Mitfavoriten auf die Meisterschaft und verfügt auch aktuell über eine enorm spielstarke Mannschaft, bestehend aus einer guten Mischung von hoch talentierten Nachwuchskräften und einzelnen echten Hochkarätern mit entsprechender Erfahrung.

Die wohl wichtigste Akteurin des derzeitigen Tabellen -Sechsten ist die Mittelangreiferin Steffi Hotz, welche primär offensiv in allen Belangen zu außergewöhnlichem fähig ist. Ihre harten Schlag- und Hüftwürfe sind ebenso gefürchtet wie die ansatzlosen Sprungwürfe oder ihre direkten Freiwürfe mit einem Seitfallwurf an der Mauer vorbei, mit ihrer technischen Beschlagenheit bringt sie parallel immer wieder ihre Mitspielerinnen in optimale Wurfpositionen, wovon speziell die explosive Sarah Rothmund am Kreis profitiert.

Auch Linkshänderin Nadja Greinert auf der rechten Rückraumposition besticht durch ihre Vielseitigkeit sowohl bei Torwürfen als auch mit guten Anspielen an den Kreis oder auf die Außenbahnen. Schwer zu neutralisieren ist auch die wendige und durchsetzungsstarke Julia Wellauer, zumal sie auf allen drei Rückraumpositionen im Wechsel beachtliche Wirkung ausstrahlt.

Für das Watzinger- Team gilt es am Sonntag vom Anpfiff weg hellwach und konzentriert die Abwehrformation zu schließen, bei Ballbesitz die leider immer noch zu häufigen Stockfehler zu vermeiden und die durchaus machbaren Torchancen bestmöglich zu nutzen. „Wir wollen unseren Aufwärtstrend in Allensbach bestätigen und wenn dann auch die eigene Wurfquote passt, können wir bestimmt mithalten“, so Watzinger zuversichtlich, ohne die Außenseiterrolle in Frage zu stellen.

Viel wird auch davon abhängen wie seine Mannschaft die erste Welle der um diese Zeit üblichen Viruserkältungen verkraftet, nachdem in den letzten zwei Wochen einige erkrankt aussetzen mussten. Zudem fehlt Laila Schneidereit wegen einer Knorpelverletzung im Schultergelenk vermutlich bis zum Beginn der Rückrunde, und auch Carole Mittelheisser kann die zweitlängste Fahrt dieser Saison nicht antreten.

Mit dabei ist auf jeden Fall auch wieder Alina Erdmann, die sich laut ihres Trainers trotz der bislang überschaubaren Einsätze zuletzt im Training empfohlen hat. Bleibt also noch die Vorgehensweise rund um die stundenlange Anreise, denn eine übliche Aufwärmphase von 30 Minuten dürfte nach dem Verlassen des Busses nicht ausreichen um sich der 60 Minuten lang mit hohem Tempo agierenden Gastgeberinnen zu erwehren.

V.Schneller