Bericht vom Spiel der Damen I gegen Waiblingen-Korb

Jana Lichtscheidel von der TSH wird hier von zwei Waiblingerinnen in die Zange genommen. © Picturedreams

Herzogenauracher Handballerinnen begeistern

40 Minuten lang haben die Handballerinnen der Turnerschaft gestern ihre rund 250 Zuschauer begeistert und ihr Heimspiel in der 3. Bundesliga deutlich mit 29:23 gewonnen.

Eine wahre Leistungsexplosion war ausschlaggebend dafür, dass man letztlich mit einem 29:23-Erfolg (Halbzeit 15:8) den Gast FSG Waiblingen-Korb II bezwang.

Die sympathischen Gäste erwiesen sich als jene spielfreudige Mannschaft wie man sie erwartet hatte. Dazu gehörten allerdings auch immer wieder technische Fehler, welche die TSH speziell in den ersten 30 Minuten immer wieder zu herrlich heraus gespielten Chancen nutzte.

Nur bis zum 4:4 in der 10. Spielminute konnten die Württembergerinnen die Begegnung zahlenmäßig offen gestalten. Danach begann das Watzinger-Team einen fulminanten Zwischenspurt und führte nach 20 Spielminuten deutlich mit 10:4 Toren.

Die Startbesetzung mit Ebersberger im Tor, sowie den Feldspielerinnen Neumann, Probst, Bestle, Lang, Lichtscheidel und Stephan hatte sich sowohl im Abwehrverband als auch offensiv regelrecht freigespielt, und hätte man in der ersten Halbzeit weitere sechs klare Torchancen nicht fahrlässig vergeben, wäre die Begegnung hier praktisch entschieden gewesen.

Doch schon in den letzten acht Minuten vor dem Seitenwechsel schlichen sich einige Leichtsinnsfehler ein, welche es den Gästen ermöglichte, bis auf 8:15 heranzukommen. Als das TS-Trainerteam Watzinger und Scholten zum Wiederanpfiff eine personell auf drei Positionen veränderte Formation auf das Feld brachte, ging der Spielfluss aber zunehmend verloren und auch die Abwehrarbeit wurde von einigen Nachlässigkeiten überschattet.

Es waren nachfolgend primär Einzelaktionen, mit denen es der TSH immer wieder gelang den Gegner auf Distanz zu halten. Waiblingen hatte zwischenzeitlich die Abwehr umgestellt und Nina Bestle in Pressdeckung genommen.

Eigentlich eine gute Gelegenheit für die Nebenleute, den nun breiteren Durchbruchsraum effektiv zu nutzen. Dennoch erreichte die FSG, dass die Gastgeberinnen den Spielfluss verloren. Und im Bestreben, individuelle Maßnahmen zu ergreifen, war die Bindung untereinander Mangelware.

Was wiederum zur Folge hatte, dass sich nun auch auf Seiten der TSH etliche Leichtsinnsfehler und Missverständnisse einschlichen, ohne dass der Gegner etwa plötzlich Wunderdinge vollbrachte.

Personeller "Volltreffer"

Allein der vollzogene Torwartwechsel erwies sich als personeller "Volltreffer", schaffte man es, die Gastgeberinnen zunehmend zu ärgern. Als es in der 51. Minute nur noch 24:20 aus Sicht der TSH stand, schien sogar der eminent wichtige Erfolg gefährdet.

Nun waren es Kreisläuferin Kristin Lang und Linksaußen Tanja Küffner, die mit beherzten Aktionen den Abstand zum Gegner sichern konnten, und unter dem Strich zeigte sich der Aufsteiger aus Bayern seinem Mitaufsteiger aus der Oberliga Württemberg in allen wichtigen Belangen an diesem Tage dann doch überlegen.

Wohltuend auch die durchgängig faire Spielweise auf beiden Seiten. Die beiden Schiedsrichter hatten mit der Begegnung keinerlei Probleme. Es war eine Augenweide zu sehen, wie Nina Bestle auf der Spielmacherfunktion immer wieder spielerische Akzente setzte und zudem auch als Torschützin einen großen Schritt nach vorne gemacht hat.

Besonders erfreulich, dass Saskia Probst rasch ins Spiel fand und wie in besten Zeiten ihre enorme Schnelligkeit durchzusetzen verstand. Wo Kristin Lang an der Seite von Bestle längst zum "Fels in der Innenabwehr" wurde, wird ihr mutiges Wirken am Kreis des Gegners immer mehr ein wichtiger Faktor für das Angriffsspiel der TSH.

Sprung- und Wurfkraft

Die wurfstarke Jana Lichtscheidel versteht es zwar immer wieder, ihre für das Team so wichtige Sprung- und Wurfkraft einzubringen, allerdings hat sie ein für den gegnerischen Torwart leicht durchschaubares Wurfbild. Die Beständigkeit in Person ist seit Wochen Linksaußen Sarah Stephan, großartig ihr Timing für Gegenstöße, und auch ihre Würfe von Linksaußen werden immer variabler. Meist unauffällig, aber enorm wichtig für das Durchsetzen in der gegnerischen Abwehr Lisa Neumann, die schwer auszurechnen ist.

Andererseits war über weite Strecken der Partie das Mannschaftsspiel absolut überzeugend, ein den Möglichkeiten angemessen deutlich höherer Erfolg wurde aber verpasst. "Das wird uns auf dem Boden halten", so Coach Watzinger später schmunzelnd. Er begründete die häufigen Umstellungen in der zweiten Halbzeit damit, dass "alle Akteure in dieser schweren Liga gebraucht werden und somit Spielpraxis benötigen". Gegen Waiblingen ging dies noch gut.

TSH: Tor: Ebersberger und Gerling; Stephan 4, Egle, Wedrich 2/1, Bestle 3, Probst 6, Lichtscheidel 3, Zimmermann 1, Lang 4, Theobald 1, Küffner 2 und Neumann 3.

Bericht aus "Nordbayerische Nachrichten" V.Schneller