Vorbericht zum Spiel der Damen I gegen SG OBK Ottenheim/Bellheim/Kurhardt

Zeigen die "Südpfalztiger" Zähne?

Die Begegnung der TS- Handballfrauen am Sonntag um 14 Uhr 30 in der Gymnasiumsporthalle mit dem aktuellen Tabellenletzten der 3. Bundesliga Gruppe Süd SG OBK Ottenheim/Bellheim/Kurhardt ist zu diesen Zeitpunkt zwar noch nicht von vorentscheidender Bedeutung für den Saisonausgang, richtungsweisend jedoch allemal.

Der Mitaufsteiger hatte bislang ähnliche Anlaufschwierigkeiten wie das Watzinger- Team, dennoch lassen einige Ergebnisse erkennen, dass die SG sich immer wieder teuer zu verkaufen versteht. Die selbsternannten "Südpfalztiger" bevorzugen ebenfalls die schnelle Vorwärtsbewegung aus dem Deckungsverband heraus, wobei sie dann öfter vor jenen technischen Problemen stehen wie es in der Regel allen Aufsteigern auf der Suche nach der hier erforderlichen Qualität widerfährt.

Dies wurde am letzten Spieltag besonders deutlich als die SG in eigener Halle bei der 25:40 Niederlage gegen den ESV Regensburg ziemlich vorgeführt wurde und dabei vor allem im taktischen Bereich Schwächen zeigte, indem nämlich die Domstädterinnen immer wieder ihre Abwehrformation wechselten, was zur leichten Konfusion bei den Gastgeberinnen führte. Auffälligste Spielerinnen sind hier Christina Völker im linken Rückraum sowie die körperlich robuste Kreisläuferin Meike Silaghi, die beide alleine ein Spiel entscheiden können und die auch bislang fast ein Drittel aller Tore für ihr Team erzielten. Selbst im Derby gegen den aktuellen Tabellenführer TSV Kandel konnte man lange mithalten und unterlag lediglich mit 24:29 Toren.

Und die TSH? Schnell analysiert und abgehakt war am Montag die Niederlage beim TV Möglingen: Bei durchaus guten Ansätzen und Spielabschnitten waren es einfach zu viele Ballverluste und Fehlwürfe, welche die Heimmannschaft routiniert zu einem verdienten Sieg ausnutzte. Das entspricht dem bisherigen Saisonverlauf: In der Abwehr konnte das Herzogenauracher Team durchaus überzeugen, hier liegt man im Vergleich zu den anderen Mannschaften ungefähr im Mittelfeld, während sie zu häufig gut herausgespielte Torchancen liegen lässt und damit im Vergleich der erzielten Tore weit hinten erscheint.

Nun müssen die TS-Handballerinnen gegen den aktuellen Tabellenletzten und Mitaufsteiger zeigen, dass sie ein Spiel von Anfang bis zum Ende konzentriert bestreiten können. Dabei hat man weiter an spieltaktischen Lösungen gearbeitet, nachdem die im Vorjahr stärkste Waffe, die erste Gegenstoßwelle, in der 3. Liga eher selten umgesetzt werden kann. Zudem sind Treffer aus dem Rückraum, sprich von 9-10 Metern, bislang noch keine Selbstverständlichkeit auf Seiten der jungen Mannschaft.

Sollte es aber gelingen die taktischen Ansätze durchzubringen, ist ein doppelter Punktgewinn gegen eine Mannschaft, die nach der deftigen Heimniederlage gegen Regensburg und bislang 0:8 Punkten mit dem Rücken zur Wand steht, durchaus machbar.

Allerdings darf keinesfalls der Fehler gemacht werden, den kommenden Gegner auch nur ein bisschen zu unterschätzen, denn immer wieder zeigte die SG auch recht gute Spielabschnitte: Ihr fehlt halt– wie mitunter auch der TSH-Mannschaft – vor allem die Kontinuität über 60 Spielminuten hinweg. In der Vorbereitung auf dieses Spiel wurde konsequent auf das eigene Angriffsspiel eingegangen, dabei wurden Strukturen verfeinert und Entscheidungssituationen präzise vorbereitet. Das Abwehrspiel soll durch Offensivvarianten noch flexibler werden.

Welcher Kader am Sonntag den Gastgeberinnen genau zur Verfügung stehen wird, ist noch nicht ganz klar, da im Laufe der Woche leichte Erkrankungen und Verletzungen bei einigen Spielerinnen auftraten und möglicherweise Auswechslungen vorgenommen werden müssen. Das Trainergespann Watzinger und Scholten hofft jedoch auf den Einsatz der zuletzt verhinderten Carole Mittelheisser, die mit ihrer Erfahrung immer wieder mal Nadelstiche beim Gegner anzubringen versteht.

V.Schneller