Vorbericht zum Heimspiel der Damen I gegen TSV Kandel

Damen stehen vor eine kniffligen Aufgabe
Mit dem TSV Kandel kommt ein schwer ausrechenbarer Gegner.

Eine machbare aber dennoch kniffelige Aufgabe erwartet die Handballerinnen der TSH Herzogenaurach am kommenden Dienstag (Tag der Deutschen Einheit) um 14 Uhr 30 in der Sporthalle des Gymnasiums. Gegner ist dann der TSV Kandel, in der letzten Saison immerhin Siebter der 3. Bundesliga Süd.

Das Team nordwestlich von Karlsruhe beheimatet, hat ein wenig von dem Fußball- Bundesligisten FC Freiburg, unauffällig, bodenständig und immer fähig gefühlten Favoriten kräftig beide Beine zu stellen. Dies bewiesen sie erst wieder am vergangenen Samstag, als es in eigener Halle gelang mit einem 16:16 gegen den Meisterschaftsfavoriten TSV Haunstetten ein Ausrufezeichen zu setzen. Mit 3:3 Punkten steht Kandel im Moment an 5. Stelle in der Tabelle.

Nun hat der Aufsteiger aus Herzogenaurach zwar heuer in keiner Begegnung eine Favoritenrolle inne, und dennoch zählt dieses Spiel zu jenen welche man möglichst gewinnen sollte, die nachfolgenden Aufgaben werden keineswegs leichter. Andererseits kann das Watzinger- Team mit dem Rückenwind des erfreulichen Sieges 5 Sekunden vor dem Abpfiff in Ketsch (27:26) mit berechtigtem Selbstvertrauen diese Begegnung aufnehmen.

So meint dann auch ihr Trainer:“Wenn wir gegen Kandel gewinnen sollten, sind wir in der 3. Bundesliga angekommen“. In der Tat, die Gäste aus Rheinland- Pfalz verkörpern durchaus den Leistungsstandard in dieser Spielklasse, mit einer geschlossenen 6-0- Abwehr und hier speziell erfolgreich dank eines stabilen Innenblocks ist man meist in der Lage die Voraussetzungen für machbare als auch überraschende Punktgewinne aufzubauen. Auch wird überwiegend eine inzwischen etwas aus der Mode gekommene, ganz offensive Deckung gegen die beiden Außenangreiferinnen praktiziert.

Dies kann unvorbereitet zu einiger Irritation bei Gegnern führen, ist andererseits aber auch bestens für taktische Maßnahmen aus Sicht der TS H geeignet, und gerade hier sollte der erfahrene Watzinger mit seiner intelligenten Mannschaft einige „Antworten“ parat haben.

Der TSV- Angriff „lebt“ von der einstigen Jugendnationalspielerin Brecht (damals auch Mannschaftskameradin von Saskia Probst), die als Mittelangreiferin speziell im Positionsspiel für enormen Wirbel sorgt und ein gutes Auge für Lücken in der gegnerischen Abwehr hat, in welche sie dann kompromisslos einbricht, oder die Nebenleute entsprechend in Wurfpositionen bringt.

Immer gefährlich auch ihr Anspiel zum Kreis, wie überhaupt das altehrwürdige Sperren mit nachfolgendem Absetzen seitens zweier im Wechsel robuster Kreisläuferinnen eine besonders häufige Offensivlösung bei Kandel darstellt.

Hinzu kommt auf der linken Rückraumposition die erfolgreiche Torschützin Christina Wilhelm, welche es bestens versteht ihre einstige Zweitliga- Erfahrung nachhaltig einzubringen. Zuletzt waren es 11 Treffer gegen den ESV Regensburg, darunter jedoch fünf Strafwürfe (weitere vier hat man vergeben), welche allerdings nicht ausreichten um das Heimspiel gegen die Domstädter zu gewinnen. Im Gegenteil, mit 26:31 Toren wurde der diesjährige Auftakt in eigener Halle überraschend deutlich verloren, daher dürfte das Bestreben in Herzogenaurach für Wiedergutmachung zu sorgen sehr groß sein.

TSV- Trainer Eyub Erden und seine Mannschaft zeigten sich zuletzt etwas anfällig für wechselnde Abwehrformationen des Gegners, was TS- Coach Watzinger zwar registrierte, aber zunächst nicht für seine Mannschaft favorisieren will. Es geht ihm und seinem Kollegen Mirko Scholten primär darum bewährtes weiter zu verbessern, sprich die eigene 6-0 Formation noch beweglicher zu machen, gerade um das oft auch grenzwertige Durchreißen mit nachfolgend „gesuchten“ Strafwürfen der TSV-Gegenspielerinnen in Grenzen zu halten.

Da ist es dann auch wichtig, dass sich die junge Kristin Lang im Herzogenauracher Innenblock wieder fit gemeldet hat, muss man doch gerade in solchen Begegnungen die Stabilität über eine bestmöglich funktionierende Abwehrformationen anstreben.

Der Einsatz von Carole Mittelheisser ist noch unsicher, was wiederum zur Folge hat, dass Rechtshänderin Lisa Neumann im eher ungelegenen rechten Rückraum ihre Beweglichkeit und Erfahrung ähnlich wie in Ketsch einbringen will.

„Es ist von Vorteil dass unsere Spielerinnen durchgängig wissen, welche Aufgaben auf welchen Postionen zu erfüllen sind. Natürlich werden wir nach dem Sieg in Ketsch nicht leichtfertig sein, das ist nicht das Naturell der Mädels. Andererseits können wir mit einem angemessenen Selbstbewusstsein nicht nur diese Aufgabe meistern, sondern mit einem Sieg zudem enormen Rückenwind für den weiteren Saisonverlauf mitnehmen“, so Watzinger.

Volker Schneller