Vorbericht zum Spiel der Damen I gegen Ketsch

TSH-Frauen wollen wach sein beim "Pyjama-Team"
Gastgeber TSG Ketsch II fuhr nach Auftaktsieg in Schlafanzügen heim von Regensburg

Eine "machbarere" Aufgabe als zum Saisonauftakt bekommen die Handballerinnen der TS Herzogenaurach in der 3. Bundesliga vorgesetzt, die zum Mitaufsteiger TSG Ketsch II reisen müssen.

Doch die Zweitligareserve aus dem Rhein-Neckar-Kreis überraschte vor Wochenfrist mit einem 24:23-Sieg beim ESV Regensburg.

Dennoch ist TSH-Trainer Klaus Watzinger nicht bange: "Wir haben das Auftaktspiel gegen Metzingen analysiert und waren im Training bestrebt, die Fehler aufzuarbeiten. Da aber auch vieles ganz gut war, wollen wir dies als zusätzliche Motivation nach Ketsch mitnehmen.

Eine Parallele zum Saisonstart gegen Metzingen II: Die TSH trifft erneut auf die zweite Mannschaft eines höherklassigen Vereins, deren erste Vertretung seit geraumer Zeit in der zweiten Bundesliga vertreten ist. Die selbst ernannten "Junior-Bären" haben somit ebenfalls die Möglichkeit, auf die Erfahrung höherklassiger Akteure unter 24 Jahren zurückzugreifen, sofern dies in den Terminplan passt.

Anders als Metzingen II bildet Ketsch II um Trainer Adrian Fuladdjusch aber in sich eine geschlossene Einheit im Bestreben um den Klassenerhalt, den man mit gesundem Selbstvertrauen und einer gewissen Lockerheit anstrebt: So trat man die Rückfahrt vom Sieg in Regensburg gut gelaunt in Pyjamas an – und man kann davon ausgehen, dass sie bei ihrem Heimspielauftakt deutlich weniger Druck verspüren als dies bei der TSH der Fall war.

Auf der anderen Seite gehörte es in der Bayernligameisterschaftssaison zu den großen Stärken der Herzogenauracherinnen, gerade auswärts motiviert bis unter die Haarspitzen aufzutreten, die beiden Niederlagen in der Rückrunde kassierte man ausgerechnet bei zwei Mannschaften aus dem Mittelfeld, während bei den damaligen Mitbewerbern um den Aufstieg Würm-Mitte, HC Erlangen oder auch in Bergtheim, hohe Auswärtserfolge mitgenommen wurden.

Das Unterschätzen eines Gegners wird den Herzogenauracherinnen in der 3. Liga bestimmt nicht passieren. "Wir hatten gegen Metzingen nur fünf technische Ballverluste aus dem Spiel heraus, eine positive Entwicklung und auch ein Verdienst von Nina Bestle, die als Spiellenkerin ein starkes Spiel zeigte. Dem gegenüber standen jedoch 17 Fehlwürfe – diese Quote müssen wir entscheidend verbessern", so der TSH-Coach.

Zudem gelte es, Schiedsrichter-Entscheidungen schnell abzuhaken. Natürlich gehörte es unter der Woche auch zu den Aufgaben von ihm und seinem Kollegen Mirko Scholten, die einfach zu großen Abwehrlücken in der 6:0-Formation zu beheben. "Dies ist nicht nur eine Frage der mentalen Bereitschaft, sondern erfordert natürlich noch mehr Beinarbeit und Körpereinsatz. Man zieht in dieser Liga immer den Kürzeren, wenn man allein nur mit ausgestreckten Armen durchstoßende Gegnerinnen aufhalten will, es gehört einfach der Körper zwischen Gegnerin und eigenem Torwart", so die Trainer.

Sie sehen es als kleinen Vorteil, dass man dank Informationen aus Regensburg diesmal auf einen Gegner trifft, der in seiner Spielanlage nicht ganz so "fremd" ist wie Metzingen. Daher weiß man um die Klasse des TSG-Rückraums, vor allem Theresa Köhler und Lara Eckhardt, der beweglichen Kreisläuferin Elena Fabritz und einer ausgezeichneten Torfrau Katja Heinzmann. Nun gilt es halt, diese Beobachtungen nutzbringend umzusetzen.

Watzinger hofft mit derselben Besetzung antreten zu können wie vor Wochenfrist, lediglich hinter dem Mitwirken von Carole Mittelheisser (verletzt) steht ein Fragezeichen. Dafür kann man aber Neuzugang Lisa Neumann aufbieten, die zuletzt wegen einer Prellung im Oberschenkel pausieren musste. Auch hofft das Trainergespann darauf, dass die junge Saskia Probst wieder die Form der letzten Jahre findet, und dies nicht allein wegen ihres großartigen Instinktes für Gegenstöße, sondern gerade auch was ihre "Bissigkeit" in der Abwehr betrifft.

Bericht aus Nordbayerische Nachrichten von V.Schneller