Vorbericht zum 1. Saisonspiel der Damen I gegen TuS Metzingen

TSH-Handballerinnen: Am Sonntag kommt der erste Brocken
Damen treffen beim Saisonstart in die 3. Bundesliga auf die Erstligareserve des TuS Metzingen mit internationalen Stars

Am Sonntag 17.9. um 14.30 Uhr beginnt für die Frauen der TSH die sportlich wie auch wirtschaftlich größte Herausforderung, die je eine Handballmannschaft in Herzogenaurach zu meistern hatte. Im ersten Punktspiel der 3. Bundesliga erwartet man mit der zweiten Mannschaft des TuS Metzingen den Mitaufsteiger und Meister der letztjährigen Oberliga-Saison von Baden-Württemberg.

Nicht nur, dass diese Spielklasse traditionell auch in der Breite auf einem höheren Level als Bayern unterwegs ist, bei Metzingen handelt es sich zudem um die "Reserve" eines überaus erfolgreichen Erstligisten. Wenn dies nicht schon genug Qualität verspricht, sei erwähnt, dass mit der vielfachen ungarischen Nationalspielerin Edina Rott eine seit mehreren Jahren im Verein erfolgreiche Trainerin verantwortlich zeichnet, die zuvor nicht nur das Aushängeschild der Metzinger aus der Mittelmäßigkeit in die Beletage des deutschen Frauenhandballs führte.

Mit der "Zweiten" sind zwar nach zuletzt zwei Meisterschaften die Aufstiegsmöglichkeiten nun schon formell erschöpft, kann man mit der 2. Mannschaft nicht noch höher hinaus, doch als Talentschmiede und Aufbauplattform sieht man die 3. Liga bestens geeignet, zumal man ja nach den Statuten die fünf Akteurinnen aus dem Erstligateam hier mitspielen lassen kann, die unter 23 Jahre alt sind.

Hohe Qualität

Doch auch der eigentliche Kern des Teams verfügt über hohe Qualität und Namen wie Olga Grosz-Savanyu, Stina Carsson, Monika Kobylinska (alle Rückraum) oder auch die Außenstürmerinnen Dorina Kosos und Nina Silva-da Costa lassen zumindest vermuten, dass sie das Handball-Einmaleins nicht unbedingt im Badischen erlernten.

Interessant ist auch zu sehen, auf welchem Niveau Alexandra Kubasta noch aktiv ist, gehörte sie doch vor Jahren zur Stammformation des damaligen deutschen Meisters 1. FC Nürnberg. TSH-Trainer Klaus Watzinger hatte aber schon verkündet, dass man in dieser Liga einfach fahrlässig ist, wenn man sich zu sehr auf einzelne Gegenspielerinnen fokussiert.

Er vermutet, dass man gleich auf den stärksten Mitaufsteiger trifft. Den eigenen Saisonauftakt beim Pokalspiel gegen den Zweitligisten SG Herrenberg (zumindest, was die Höhe der Niederlage betrifft) verhagelt, das 50-jährige Abteilungsjubiläum eine Woche später verregnet, da hofft man bei der TSH am Sonntag zumindest sportlich auf etwas Sonnenschein.

"Im Pokalspiel wollten wir von Beginn an das hohe Tempo von Herrenberg mitgehen, was aber dazu führte, dass wir vor allem im Abschluss einfach zu überhastet waren. Wenn es uns gelingt, dies weitgehend abzustellen ohne dabei unsere Stärke der ersten und zweiten Welle zu vernachlässigen, sollten wir durchaus mithalten können", so der erfahrene TS-Coach. Dabei muss er auf Neuzugang Lisa Neumann verzichten, die sich unter der Woche einen heftigen "Pferdekuss" zugezogen hatte. Da will man kein Risiko eingehen, obwohl man gerade in den Neuzugang aus Wien einige Hoffnungen setzt. Ihre Funktion auf der Spielmacherposition will Watzinger wie in der Vorsaison wieder Nina Bestle im Wechsel mit Vicky Egle übertragen.

Im Tor bietet die TSH Martina Ebersberger sowie Kira Knauer auf, nachdem Juliane Gerling verhindert ist. Ansonsten kann Watzinger auf seinen kompletten Kader zurückgreifen, und schon am Saisonstart zeigt es sich, wie wertvoll es war, personell auch in der Breite weiter zuzulegen.

Die Stimmung ist durchaus positiv in und um das Team, zumal man in den vergangenen Wochen gut trainiert hatte. Viel wird aber davon abhängen, dass man vom Anpfiff weg über eine kompakte Abwehrarbeit und mit extrem gesteigerter Ballsicherheit nicht gleich wieder einigen Gegentoren hinterherlaufen muss. Zwar zeigte sich die Mannschaft in der Vorsaison bei den seltenen ähnlichen Spielverläufen fast immer stabil genug, sich wieder heranzukämpfen und zu spielen. In der 3. Liga aber gibt es kaum Gegner, die solche Aussetzer nicht humorlos ausnutzen.

Udo Hermannstädter, Sportlicher Leiter, sieht für die Mannschaft durchaus Chancen, wenn "wir das abrufen können wozu wir eigentlich befähigt sind". Er bedankt sich ausdrücklich bei allen Sponsoren für die bisher gezeigte Unterstützung, "ohne die wir jetzt schon riesige Probleme hätten".

Abteilungsleiterin Christine Odemer meinte, dass alle nach einer guten Vorbereitung "schon etwas positiv aufgeregt sind, zumal keiner weiß was da auf uns zukommt!"

VOLKER SCHNELLER