Herren I und die Vorbereitung

Schweißtreibender Vorbereitungsauftakt: „Die Erste“ bringt sich in Form

Viele Veränderungen im Team und warum dies notwendig ist…

Nach der wohlverdienten Trainingspause am Ende einer positiven, aber kräftezehrenden Saison geht es für die Handballer der TSH seit Anfang Juli nun wieder ans Eingemachte. Drei Trainingseinheiten im Durchschnitt pro Woche, insgesamt 6 Vorbereitungsspiele sowie 2 Teamevents stehen den Mannen um Trainer Ingo Kundmüller bis zum Saisonauftakt Mitte September bevor – keine Drohung, sondern die notwendige Basis für eine Saison, die viele Veränderungen mit sich bringt. In Summe also nur etwa zehn Wochen, in denen die neu formierte Mannschaft möglichst gut zusammenwachsen soll, ehe es zum Saisonauftakt zu Hause gegen den Aufsteiger aus Buckenhofen geht.

Es scheint tatsächlich so, als ob Vieles im Aufbruch ist. Während bei den Damen weiterhin am Drittligakader gefeilt wird und die notwendigen Strukturen in der Organisation etabliert und definiert werden müssen, hat sich auch bei der „Ersten“ in der spielfreien Zeit in der Hinsicht viel getan. Mit insgesamt 10 neuen Spielern und einem neuen Co-/Fitnesstrainer startete die Mannschaft mit insgesamt 20 Spielern in die Vorbereitung, während Kundmüller ab dieser Saison nicht mehr als Spielertrainer fungieren wird. Im Prinzip ist dabei kein wirklicher Abgang zu verzeichnen, sondern wichtige Funktionen sind neu verteilt worden.

Es war klar, dass eine Neuausrichtung nötig war, nachdem viele etablierte Kräfte wie Josnik und Kammerer oder auch Kundmüller selbst, andeuteten, kurzfristig kürzer treten zu wollen. Aus diesem Grund begann man bereits letzte Saison den Kader mit dem Einbinden junger, hungriger Spieler aus dem eigenem Nachwuchs wie Felix Welker, Jan Sieber oder auch Yannik Wayand zu verjüngen. Ziel war es für Kundmüller, diesen Weg in dieser Saison konsequent fortzusetzen. Folge dessen wurde die Saisonplanung bereits Anfang des Kalenderjahres frühzeitig begonnen und konnte auch erfolgreich abgeschlossen werden. Mehr zu den personellen Veränderungen in Kürze.

Die Vorbereitung selbst ist dabei in mehrere Phasen unterteilt. Thomas Josnik, bisheriger Spieler und neuer Co-Trainer sowie Fitness-Coach bei den Männern, hat hierfür einen umfangreichen Plan bis Saisonbeginn zusammengestellt, so dass alle Spieler bis dahin fit sein sollten. Zudem ergeben sich mit der Co-Trainer-Rolle weitere Möglichkeiten zur effektiveren Trainingsgestaltung. „Gerade bei der Vielzahl an jungen Spielern ist es absolut notwendig, intensiver mit ihnen arbeiten zu können um sie weiter zu bringen. Diese Möglichkeit haben wir nun. Thomas kann ihnen mit seiner Zweitligaerfahrung und seiner Einstellung zum Mannschaftssport sicherlich Einiges beibringen und die jungen Spieler dahingehend fördern.“, so Kundmüller glücklich über die Zusage des Routiniers. Und auch für die beiden jungen Torhüter Ferdinand Mayer und Kai Kammerer wurde eine geniale Lösung gefunden. Seit Anfang Juli leitet die frühere slowakische Nationaltorhüterin Maja Gubova, die zudem mit dem 1.FC Nürnberg die Champions League gewann, ein Mal pro Woche das Torwarttraining zusammen mit den Torhüterinnen der Damen. „Meine Jungs können enorm von ihrer Erfahrung profitieren und Beide bestätigen, dass es zwar anstrengend, jedoch auch auf einem sehr hohem Niveau ist.“, so Kundmüller über diese Neuerung.

Aktuell werden die nötigen Grundlagen im Ausdauerbereich gelegt. „Das ist zwar aktuell extrem anstrengend, allerdings werden wir mit Sicherheit – wie die letzten Jahre auch - die gesamte Saison davon profitieren. Und wie wir das momentan gemeinsam durchziehen, ist schon beeindruckend“, so Kapitän Hirning zur ersten Vorbereitungsphase. Und in der Tat hat er Recht. Während zwei der drei Einheiten pro Woche eine Kombination aus Lauf-, CrossFit- und Hallentraining ist, ist die dritte Einheit eine reine Fitnesseinheit. Aktive Pause wird es keine geben, dafür ist die Zeit zu kurz dieses Jahr, da die Saison aufgrund der Frauen WM Ende des Jahres, schon 2 Wochen früher beginnt als sonst.

„Es bleibt also wenig Zeit, einen neuen Kader zu formen. Wir müssen alle an einem Strang ziehen. Es muss das Ziel für alle sein, die Zeiten, die wir haben, bestmöglichst zu nutzen, um auf den Punkt zum Saisonbeginn vorbereitet zu sein.“, so Kundmüller. Denn in der Tat ist der Saisonbeginn nicht unwichtig, trifft man doch gleich auf zwei Aufsteiger. Ein erfolgreicher Start könnte gerade für die jungen Spieler Selbstvertrauen geben, das sie sicherlich brauchen können.

Die TSH wird sich also kommende Saison mit einem ganz anderen und deutlich jüngeren Gesicht dem Publikum zeigen. Man legt den Wert auf Nachhaltigkeit und nicht auf den kurzfristigen Erfolg. Dafür wird man vielleicht auch mal etwas Nachsicht walten lassen müssen, aber kurz- bis mittelfristig ist das sicherlich die richtige Entscheidung wenn man wieder oben angreifen will und dann auch aus eigenen Kräften bestehen möchte. Die Mischung aus erfahrenen BOL Spielern und vielen jungen Talenten bietet die Möglichkeit dazu, die Kundmüller nutzen möchte.

Autor: Markus Theiss