Vorbericht zum Spiel der Damen I gegen Freising/Neufahrn

Konterhandball gegen den Überraschungs-Primus
Damen freuen sich gegen Freising/Neufahrn auf Comebacks von Nina Bestle und Luisa Frank

Am kommenden Montag den 03. Oktober herrscht in der Sporthalle des Gymnasiums Herzogenaurach erstmals wieder ein „Handball-Großkampftag“. Zunächst tritt die 2. Frauenmannschaft um 11.30 Uhr in der BOL (Bezirksoberliga) gegen Erlangen- Bruck an. Es folgt die Bayernliga-Partie der 1. Frauenmannschaft der TSH gegen den Aufsteiger HSG Freising/Neufahrn, während abschließend um 16.30 Uhr die 1. Herrenmannschaft ihr erstes Saisonspiel in der BOL gegen die 3. Mannschaft des HC Erlangen zu bestreiten hat.

Gerade zum Beginn einer Saison können Aufsteiger oft auf drei psychologische Vorteile hoffen, die ihnen den Start in die nächst höhere Spielklasse erleichtern. Zum einen werden Neulinge von den etablierten Gegnern zunächst mal etwas unterschätzt, auch wenn sich dies eher im Unterbewusstsein abspielt. Dann sind die Mitbewerber über Stärken und Schwächen der Aufsteiger nicht immer so gut informiert wie dies bei den jahrelangen Rivalen der Fall ist und dann können die „Emporkömmlinge“ meist auch noch eine spezielle Aufstiegseuphorie einbringen, welche durchaus mal für Überraschungen geeignet erscheint.

Zumindest die ersten zwei Punkte lässt Herzogenaurachs Trainer Hans- Jürgen Kästl für seine Mannschaft allerdings nicht gelten. Zum einen hat man ja vor Wochenfrist beim zweiten Aufsteiger 1. FC Nürnberg (21:21 Unentschieden) erfahren müssen, dass man schon über eine beachtliche Qualität verfügen muss, wenn man es in der Landesklasse am Ende einer Saison schafft 3-4 ähnlich starke Mitbewerber hinter sich zu lassen. Außerdem konnte die HSG acht Tage zuvor in Nürnberg 26:24 gewinnen und kommt nun sogar als einzige Mannschaft ohne jeden Punktverlust und somit als Tabellenführer an die Aurach.

Zwischenzeitlich gelangen den Spielerinnen nämlich ein bemerkenswerter 36:31 Heimsieg gegen die spielstarke HSG Dietmannsried. Kästl war Augenzeuge der Nürnberger Niederlage gegen die HSG und konnte sich von einer „schnörkellosen Spielanlage“ des Montag- Gegners überzeugen.

Natürlich sind Tabellenstände nach nur 2 Spieltagen noch kein echter Maßstab, doch während die Mannschaft beim Club primär geduldig auf Fehler der Nürnbergerinnen wartete, belegen 36 Treffer gegen ein gehobenes Bayernligateam wie Dietmannsried, dass man durchaus auch offensiv sofort eine Schippe drauflegen kann, wenn sich die Gegner eine Blöße geben.

Der Angriff lebt vor allem von dem Zusammenwirken der Schwestern Monika Eisgruber (am Kreis ) sowie ihrer Schwester Sabine, die auf der Spielmacherposition agiert. Auch Lerch und Wöhrl haben das gewisse „Tore- Gen“ und sind daher nicht leicht zu bremsen. Zwei starke Torhüterinnen ermöglichen es, dass die HSG mit einer konsequenten 6-0 Abwehrformation Gegentore über den Kreis oder auch von außen weitgehend verhindern kann. Wer da dann nicht mit kraftvollen Würfen aus der Distanz diesen „Beton“ aufzuweichen versteht, hat schon mal einige Probleme.

Und da sah es zuletzt bei der TSH nicht ganz so rosig aus, zumal Carole Mittelheisser nach ihrem Muskelfaserriss doch noch etwas länger pausieren wird. So müssen wohl bewehrte Maßnahmen zum bevorzugten Einsatz kommen, indem man 60 Minuten lang ununterbrochen in die Gegenstöße startet, zumal die TSH dafür optimal besetzt ist. Egal ob nun Stephan, Probst, Friedl, Theobald oder Küffner, sie alle sind in der Lage 60 Minuten und länger ein hohes Tempo zu sprinten, zumal dann wenn sie von ihren Torhüterinnen Ebersberger oder auch Bernhardt mit genauen Pässen „auf die Reise“ geschickt werden.

Erleichtert ist Kästl auch darüber, dass er wieder auf Nina Bestle zurückgreifen kann, die er über die Saison hinweg mit der Spielgestalteraufgabe betrauen möchte. Und noch eine Premiere in eigener Halle nach zuvor vier Jahren Pause: Luisa Frank, unter Trainer Udo Hermannstädter leider nur für wenige Spiele der „Turm in der Abwehr“, und dies nicht allein wegen ihrer stattlichen Größe, sondern auch aufgrund ihrer Übersicht und des enormen Einsatzes, musste damals nach nur wenigen Einsätzen für die TSH wegen eines Kreuzbandrisses passen. Fortan stand für sie ihre Polizeiausbildung im Mittelpunkt, doch immer wieder besuchte sie die Spiele ihrer Mannschaft. Da der Kontakt folglich nie abgerissen ist, versucht die sympathische „Lu“, wie sie genannt wird, einen Neustart und sowohl das Team als auch der Coach sind erfreut über ihre Rückkehr. Ansonsten kann die TSH in der Besetzung der ersten zwei Spiele antreten, allein dies lässt dann doch große Zuversicht bei den Protagonisten aufkommen.

Volker Schneller